Seit gefühlt zwei Monaten liegt R.E.M.A.D.E, das Compilation Album von Paul Blaze und Big J bei mir am Tisch.
Das Erste das mir auffällt, die CD ist nicht auf meinem PC abspielbar. Dafür aber, das Video zu dem Track „back again", bei welchem Jakob Kattner a.k.a. Big J selbst Regie geführt hat. REclamation and MAnagement of DErelict Land. Bedeutet übersetzt Reklamation und Management des aufgegebenen Landes. Mit dem aufgegebenen Land ist wohl Österreich gemeint. Ich finde den Titel ziemlich verwirrend.
Features: The Game, Nesto, Johnny Draztic, Atsche, Didier, Mnemonic, Hubert Tubbs, Maeckes, Sheyla J und MDK.
Big J, der sich mit dem Signing von THE GAME (welcher sich selbst als der erfolgreichste Rapper bezeichnet) und damit auch der Position als CEO und erster offizieller Artist bei Black Wall Street Europe, nicht überall Freunde geschaffen hat, weiß eines genau: Image ist Alles! Schon beim Albumcover, auf dem Paul Blaze, paradoxer- aber doch passender Weise, im sprichwörtlichen Schatten steht, schaut J mit Sonnenbrille im Gesicht und Kette um den Hals arrogant in die Kamera.
J spielt bewusst mit seinem Image und liefert den Personen, die ihm nicht unbedingt zugetan sind, neuen Zündstoff. Mit Aussagen wie: „Und ich seh es als mein Job neue Styles zu erfinden, denn ich bin so Bling Bling ich ess schon ‚Ice-Palatschinken' " oder „spit fresh, Name J, das ist der Chef, ich mach dich süchtig, nenn mich Crystal Meth!" Damit wäre dann auch die Drogensache gegessen und alle Klischees sind erfüllt.
Mnemonic der sich beim selbigen Track „Oh Mary Jane" von inhaltslosen Rap mit Lines wie „Es fällt mir schwer dieses Ansagen bringen, denn ich muss mir nichts beweisen wie ein Angsthasenkind" distanziert. Gleichzeitig lässt er aber Aussagen wie: „Nein ich bin keiner dieser Cocksucker, die trocken Arsch präsentieren für die Chance auf nen Blockbuster" von sich. Auch Paul Blaze rappt hier überraschenderweise (da er der Producer der CD ist), ein paar Zeilen die sich aber inhaltsbezogen nicht sehr von den restlichen unterscheiden.
Der zehnte Track „bang it out" ist geschmückt mit wortwitzigen und reimtechnisch einwandfreien Aussagen. Allerdings kommt es mir hier so vor, als würde sich J den ganzen Track lang über sich selbst lustig machen.
Maeckes Part bei „Ticket nach L.A." ist mein Lieblingsfeature dank ehrlicher und gleichzeitig sehr amüsanter Lines „Ich hör mit Big J Beats an und denk mir insgeheim vielleicht komm ich so zu einem The Game-Feature."
Weiter geht's mit der einzigen Frau, die auf diesem Album vertreten ist. „Du machst mich krank" ist ein Solo Track auf Deutsch. Sheyla J, welche ich vor etlichen Jahren im Subzero (damals noch auf Englisch) singen hörte, hat sich stimmlich sehr weiterentwickelt. Dennoch ist der Track weder stimmlich noch inhaltlich besonders herausragend und macht mir die Entscheidung, diesen Song auf die Compilation zu packen, nicht nachvollziehbar.
Das gesamte Album wird durch den eigens erfundenen DJ Smellyballz, der Auszüge aus seinem Diary und der Radioshow „Deepthroat" beisteuert, aufgelockert. Die fiktive Figur steht über Allem und nimmt von Big J bis zu Johnny Draztic, jeden aufs Korn.
Zusammenfassend ist dies ein sehr internationales Album. Durch die teilweise englischsprachigen Tracks ist es auch für einen amerikanischen bzw. europäischen Markt vorstellbar. Vielleicht sogar mehr als für den österreichischen, wenn man bedenkt mit welchen Vorurteilen Paul Blaze und Big J zu kämpfen haben.


MUX MOOL











