Twang, seines Zeichens DJ von "Rückgrat" und "Markante Handlungen", hat gerade sein Produzenten-Debut abgeliefert. "Code Complex" heisst die Scheibe und wer schon mal das Vergnügen hatte Twang hinter den Plattenspielern werken zu sehen, wird wissen, dass er nicht nur ein ausgezeichneter Turntablist ist, sondern gerne auch die Genregrenzen von HipHop in andere elektronische Musikrichtungen übersteigt.
Warum also sollte dann Code Complex ein reines HipHop-Album sein? Ist es nicht, und das ist sogar auch gut so, denn von den 12 Tracks findet man nur bei drei Tracks Raps, von denen einer wiederum nur ein Remix ist. Der Rest sind Instrumentale, die sehr verschachtelt von Drum'n'Bass über Downtempo bis zu World Music-Beats hin und herwandern.
Die Instrumentaltracks bestechen durch eine Liebe zum Detail. Maschinen treffen Naturgeräusche, die Beats behalten nicht immer ihre Geschwindigkeit, zwischendurch wohldosierte Cuts. So macht man das Hören spannend. Gerappt wird auch. Manuva diggt einmal im Original von Twang deep und im Remix von DJ Buzz (Waxolutionists) deeper. Bei "Spoken Pictures" gibt es endlich mal wieder ein Lebenszeichen der wunderbaren Missverständnis, der wohl besten Rapperin des Landes.
Conclusio: Für den mit Scheuklappen behafteten Rapfan ist dieses Album wohl eher nichts. Für Freunde elektronischer Musik mit Rapbezug allerdings ein Pflichtkauf. Squarepusher oder der alte Aphex Twin hätten es nicht besser machen können.
Neben einem Snippet von Code Complex gibt es gerade auch einen Download von "Diggin Deep feat. Manuva hier.


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