Tonträger Allstars auf abstrakten Wegen. Wer nicht gesehen wird - kann in dieser Welt scheinbar nicht mehr existieren... oder doch?
Die Unsichtbaren. Aus dem Grau der Städte...
Eine Gruppe von Individualisten und Freiheitskämpfern hat sich zusammen gefunden, um diesen Zustand zu ändern. In dieser "Gesellschaft der Schatten" können sich die Protagonisten selbst aus der Namenlosigkeit befreien und erzählen eine mystische Geschichte, die leider viel mehr mit der Realität zu tun hat, als ihnen lieb ist. Entfernt basierend auf dem von Ralph Ellison in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts geschriebenen Buchs "Der Unsichtbare Mann", wird auf "Schwarze Erde" eine sich in der Menschheitsgeschichte immer wiederholende Parabel erzählt, vom Kampf gegen Unterdrückung, Leid und Verachtung. Der Titel „Schwarze Erde" nimmt Bezug auf mehrere Ebenen, einerseits die Transformation des blauen Planeten zu einer schwarzen Erde durch Ausbeutung und Krieg, andererseits ist schwarze Erde auch fruchtbare Erde, der Humus aus dem Neues entstehen kann. Auch die Anlehnung an das Meisterwerk von Public Enemy aus dem Jahr 1990 „Fear of a Black Planet" ist durchaus bewusst und soll an die Entstehung von HipHop und Rap als afroamerikanische Counterculture erinnern.
Die Unsichtbaren vereinen 12 Rapper, 5 Dj`s, 4 Producer des Tontraeger Records Camps sowie Gastauftritte vom New Yorker Abstract HipHop Meister Mike Ladd (u.a. Ninja Tune), der aus Trinidad/Tobago stammenden Reggaesängerin Queen Omega sowie der Linz Dancehallsängerin Mono auf einem Longplayer.

Das war mal das offizielle Wort zur Platte, aber viel interessanter ist doch wie's klingt. Um ehrlich zu sein klingt's genauso wie ich's mir erwartet habe.
Durch alle Tracks zieht sich eine Gedanke, eine Stimmung. Es wirkt alles sehr sehr düster. Im Intro stellen sich erst mal alle Mitwirkenden vor. Jeder hat sich ein passendes Pseudonym ausgewählt um das Image der Unsichtbaren perfekt zu machen. Fans & Tonträger Kenner werden aber trotzdem jeden Künstler erkennen.
Im Opener, „Manifest", stellen sich alle Protagonisten mit 8 Zeilen vor. Auf eine Hook wird dezent verzichtet um das Hauptaugenmerk auf die Künstler bzw. die Botschaft zu legen. Die DJs dürfen natürlich auch nicht fehlen! Die Marschrichtung wird vorgegeben, harte Beats die einen perfekten Hintergrund für die philosophisch angehauchten Texte liefern
In Nummern wie der „Weg der Leiden" - den es auch als G.C. Remix gibt - wird auf eine sehr eingängige und fast schon hitverdächtigen Art und Weise gezeigt das eine düstere Botschaft nicht immer auch einen ebenso düsteren Beat brauchen. Die sehr gefühlvolle Hook macht den Song zu einem wirklichen Highlight auf dem Album.
Musikalisch und Skill-technisch bewegen sich alle Akteure auf allerhöchstem Niveau. Pumpende harmonische Beats von Flip, Rapha.l, Ohvo und G.C., gepaart mit sehr vielseitigen Flows und Styles. Alle Songs sind sehr abwechslungsreich und decken so gut wie das ganze Spektrum ab.
Trotzdem ist das Album mehr als Summe zu betrachten, einzelne Geschichten werden in Lieder verpackt um das Konzept als Ganzes zu vollenden. „Schwarze Erde" ist ein Gesamtkunstwerk. Man muss sich das Album von vorne bis hinten anhören, dann bekommt man einen Einblick in das Dasein der Unsichtbaren...
Erhältlich ist das Album bei den üblichen Verdächtigen, und bald soll ein durchsichtiges Vinyl rauskommen! Pflichtkauf!












