Da habe ich es also in der Hand. "Begräbnis der Fakeness" nennt sich das Album von Greenfist und Milijo. Bevor das Ding den CD-Player entert, ein Blick ins Booklet. 12 Hochglanzseiten mit Bildern der beiden Hauptdarsteller blutverschmiert im Unterleiberl, mal mit Äxten, mal mit Puffen, mal mit Schaufeln. Drüber die einen ständig verfolgende Blairwitchschrift, die die Tracktitel widergibt. Den Inhalt des Booklets könnte man auch mit einem normalen Deckblatt füllen, aber anscheinend, müssen die Seiten irgendwie gefüllt werden und ein paar Bilder vom Videodreh waren auch noch über, also holzt die Bäume ab und macht ein Booklet.
Nach dem genussvollen Studium des Booklets und des Covers auf dem die "Faker" begraben werden, darf nun der eigentliche Teil des Albums gehört werden. Der Introtrack ist eine Liebeserklärung an diverse österreichische Rapper, diese Liebe zieht sich über den Großteil der CD durch. Disses hier, Disses dort, keine Ahnung was den Jungs in vergangenen Tagen angetan wurde, lustig ist das ganze aber spätestens ab dem 3. Track nicht mehr und interessiert wahrscheinlich auch niemanden über längere Zeit. Was will man mit Sätzen wie "Ich fick Rap in Österreich, schlichtweg der größte Scheiss" ausdrücken? Hallo? Die Jungs sind selber aus Österreich...
Produziert ist das ganze ja nicht schlecht, die Aufnahmequalität passt, flowen tun die Burschen auch, die schwer gewöhungsbedürftige, verkrampfte Stimme von Greenfist, der zwischendurch Mal auf Reggae/Ragga machte, mal abgesehen. Eine richtige Wohltat ist es, wenn Milijo auf serbisch rappt, denn da verstehe ich nichts und achte lieber auf den Flow.
Verkaufen werden die Jungs davon nicht viel, ist wohl eher schön zum Selbstbeweihräuchern. Letzter Akt dieses Reviews ist das Recycling der Fakeness, in meinem Mistkübel. Schade um die abgeholzten Bäume.














