Das „C & C Music Factory"-Mixtape aus dem Hause Goalgetter wurde von den beiden DJs Crum (DJ bei Unison) und Chrisfader (Member von LA Splisz und Teil der Turntablism-Crew Ghostbusters) gemixt und ist seit kurzem auf CD erhältlich. Ob es sich lohnt, da einmal genauer reinzuhören, könnt ihr hier nachlesen.
Ich habe mich mit der Tatsache, dass die meisten Mixtapes heutzutage auf CD erscheinen, zwar generell noch nicht ganz anfreunden können, doch sollte das Medium, auf welchem sich Musik befindet, nicht ausschlaggebend dafür sein, ob man sich diese anhört oder nicht. Ein Blick auf die Rückseite des Covers von „C & C Music Factory", auf welchem sich folgende durchwegs interessante Tracklist zeigt, gibt mir Recht:
- INTRO / SHOWIN' YA HOW THE THINGS GET DONE! (FEAT. MC SHNEK)
CRUM „SIDE":
- JIN / TOP 5 (DEAD OR ALIVE)
- LITTLE VIC / THE EXORCIST
- DJ SAT ONE / AFTER MIDNIGHT FEAT. LAST EMPEROR, PAUL YAMS
- EV-ON / WHERE IS IT
- FREESTYLE FRENZY
- BRAILLE / HIPHOP MUSIC
- FAMILY TREE / VIRGO (DJ SPINNA REMIX)
- SWOLLEN MEMBERS / SWAMP WATER FT. PHILL DA AG., PLANET A., DJ REVOLUTION
- CREATE & DEVASTATE / JUST GET DOWN
- DJ ADLIB FEAT. MED / SPREAD THE REMIX
- PETE ROCK / REVENGE (DJ MURO REMIX)
CHRISFADER „SIDE":
- INTRO (BEAT: JOEY BEATS, CUTS: CHRISFADER)
- EYEDEA & ABILITIES / KEPT
- FATLIP / JOE'S TURKEY
- ATMOSPHERE / THEY CALL IT
- DADDY KEV & MIKAH 9 / FIRST THINGS LAST
- YUNGUN / PUSH
- ELLAY KHULE / CALIFORMULA MIX
- RADIOINACTIVE / SOMETIMES
- BROTHER ALI / TRUTH IS
- MURS / ALL DAY
- JOEY BEATS / DOOMSDAY (OUTRO)
„C & C Music Factory" ist von Anfang bis Ende gefüllt mit organischer Rapmusik der vergangenen Monate und Jahre und bewegt sich zur Gänze abseits des Mainstreams. Stilbrüche gibt es auf diesem Mixtape keine, so dass alle Tracks musikalisch wunderbar zusammenpassen. Unterstrichen wird dies durch das abwechslungsreiche und technisch einwandfreie Mixing beider DJs: Softe Übergänge wechseln sich mit härteren ab, einige wenige Passagen werden in Form von Backspins wiederholt und dezente Scratches runden das Ganze ab.
Bei zwei DJs hätte man eventuell erwarten können, dass mit vier Plattenspielern gleichzeitig gearbeitet würde, doch das ist hier nicht der Fall - und das ist im Grunde auch durchaus in Ordnung so. Das Mixtape besteht genau genommen nicht aus einem Mix, sondern aus zwei: Jeder DJ hat seine „Seite", so wie es bei Mix-Kassetten üblich war. Bei jenem alten Format war das ja noch praktisch, da man Tapes beim Durchhören ohnehin umzudrehen hatte. Bei einer CD entsteht dadurch leider eine kleine Ruptur, die etwas den Flow des Mixtapes stört. Gleichzeitig gelingt es den beiden DJs dank dieser Vorgehensweise aber, fortwährend im Hintergrund zu bleiben, so dass das Mixtape an keiner Stelle überladen wirkt. Und etwas Nostalgisches hat es ja auch, dass beide DJs eine eigene „Seite" haben!
Fazit: „C & C Music Factory" ist ein wunderbares Mixtape, das sich sehr gut zum Zurücklehnen und Durchhören eignet. Es lebt durch tolles Mixing kombiniert mit einer grandiosen Track-Selektion. Exclusives gibt es zwar keine - sieht man von dem Intro mit MC Shnek ab -, aber man vermisst diese nicht unbedingt. Auch Shoutouts sind kaum vorhanden. Und das ist im Endeffekt auch gut so! Denn bei Mixtapes sollte es ohnehin viel eher um die darauf enthaltene Musik gehen, weniger um eine Selbstinszenierung seitens der DJs.


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