Die Antwort ist zurück! Nach ihrem letzten Release im Jahr 2004 veröffentlichten Dokta GC und BauXL am 15.06.2007 „Glutamat" - erstmals im Linzer Slang. Das Werk fasst neben Intro, Outro und Interludes 12 Tracks und ist sowohl auf Vinyl als auch auf CD im Texta Webshop erhältlich (Vertrieb: Hoanzl).
Das schmackhafte Konzeptalbum teilt sich in die vier bekannten Geschmacksrichtungen sauer, siass, bitter und soizig und eine fünfte: „umami", was frei übersetzt aus dem Japanischen etwas wie „herzhaft" bedeutet. So ungefähr könnte man die Nummern auch inhaltlich beschreiben: herzhaft zeigt man sich bei „Kindaspü", „Mit die eigenen Woffen" und „Oida wos" (beide auf http://www.dieantwort.at), wo man sich für die Hook die charakteristisch leiwande Stimme von BaghiRah geliehen hat. Bei den Beats dieses Spektrums hält man es durchwegs dramatisch bis minimalistisch: so hat das typische Geräusch des Entsicherns einer Waffe genauso seinen Sampleauftritt wie die rhythmischen Bongos.
Ein bisschen saurer oder auch würziger wird's beim Feature mit Thaiman, Flip, Kayo und DJ Dan: „Guess who"? Wer wohl: die Antwort. Ein gmiadliches, richtig gesetztes Sample und besonders der Marken-Salzburger machen den Track zum Hörtipp. Die Drums bei „Glick ghobt" unterstreichen das Augenzwinkern, mit dem man sich dem Inhalt widmen sollte, bevor es mit „Für di" - relativ - siass wird: ein Track, zu dem man sich guten Gewissens flachlegen lassen kann.
Der kurze Ausflug ins Zwischenmenschliche endet bitter: mit Tibor Foco in der Hook sieht man sich in „Mieses Gschäft" nach alternativen Erwerbsmöglichkeiten um. Mit Hiphop verdient man halt nichts, obwohl „a Spezialist mocht in jedem Biz Koin Ende nie, netta ned ois MC." „Das bittere End" fällt durch den düsteren Beat und die Cuts von DJ Phekt auf, gefolgt vom noch etwas tragischeren „Wermutstropfen" mit Wenzel Washington. Durch die perfekte Stimmung, die aus der Harmonie aus Beat und Raps resultiert, ist diese Nummer, wenn auch kopflastigere Kost, eine Empfehlung wert.
Soizig wird's bei „Mei Ding" featuring Nikitaman, der (vielleicht) neuen Szene-Hymne „Auf eich" und „3D" mit Dauawizzy und Steez: Dancehall meets Hiphop mit Sauce Hollandaise gefolgt von chilligem, unaufdringlichem Namedropping und der Nummer mit dem „Dö-Dö-Dö", die man gehört haben muss, um zu wissen, was gemeint ist. Die Austrian Connection lebt.
Der Geschmacksverstärker „Glutamat" in Form des Antwort-Album ist mit Sicherheit etwas, das der geneigte Mundart-Interessent zuhause haben sollte. Hochwertig produziert von Dokta GC und Bau XL, gemixt von GC und gemastert von Da Audiobomber geben die Beiden reife, ernstzunehmende Qualitätsarbeit ab, die vielleicht den einen oder anderen Dialekt-Verweigerer noch überzeugt. Snippet zum Album gibt's auf http://www.dieantwort.at!


MUX MOOL










