Im Zuge des Diversidad Festivals im Wiener Wuk trafen wir uns gemeinsam mit der schwedischen Hip Hop Crew Looptroop Rockers auf ein lockeres Gespräch. Dj Embee und der zweite Frontman Cosmic standen uns in netter Athmosphäre des Produktionsbüros Rede und Antwort.
J: Wir sind hier im Wuk mit Looptroop Rockers, ihr habt heute eure Show hier am Diversidad Festival noch vor euch, was erwartet ihr euch davon?
LT: Ich weiß nicht, wir hatten ca. vor 5 Wochen schon eine Show hier, das war soweit ich mich erinnere eine sehr gute Show, wir mussten leider unser Dezibel Level ziemlich runterschrauben, keine Ahnung wieso, aber das lag an irgendwelchen Vorschriften oder wegen der Polizei. Unser Sound Engineer war ziemlich gepisst da er uns nicht richtig aufdrehen konnte. Ich hoffe es kommen heute viele Leute und wir werden eine noch bessere Show abliefern. Heute wird es wahrscheinlich ein kürzeres Set werden da ja so viele verschiedene Gruppen auftreten, aber ich hoffe wir lernen viele neue Leute aus ganz Europa kennen
J: Was weiß man als Schwede eigentlich von der österreichischen Hip Hop Szene?
LT: Viel klassische Musik, es gibt viele Dance Producer, wir waren letztes mal im Flex Club oder so, da trafen wir einige, im Bezug auf Hip Hop, keine Ahnung, da kenne ich eigentlich nicht wirklich jemanden, kannst du uns welche nennen?
(Ich verweise auf Paul Blaze der neben mir sitzt)
J: Wie sieht die schwedische Hip Hop Szene aus?
LT: Es gibt nicht wirklich viele Hip Hop Clubs, wenn Künstler Gigs spielen, dann meistens in irgendwelchen gewöhnlichen Clubs, die Städte in Schweden sind einfach alle ziemlich klein, sodass es überall nur eine Handvoll Clubs gibt, dort gibt es dann z.b. mittwochs eine Hip Hop Night und freitags dann eine Rock Night, am Wochenende wird dann Discomusik gespielt. Es gibt nicht wirklich viele Jams sowie es früher in den 90er Jahren war. Aber die Szene ist sehr lebendig, wir haben viele junge Künstler die jetzt rauskommen. Viele Leute mixen Hip Hop mit Dance und Electro Musik, there´s a couple of cats coming up right now!
J: Ihr habt gerade euer neues Album rausgebracht. Ich finde ihr habt den Looptroop Sound wieder etwas verändert, das neue Album ist etwas experimenteller!
LT: Ich denke Fort Europa, die dritte LP, war unser experimentelles Album (beide lachen). Ich denke dieses Album geht mehr gerade aus, ist abwechslungsreicher. Es verändert sich von Song zu Song, von einem reinen Hip Hop Song bis zu „The Building“ was eigentlich ein Pop Song ist. Das ist ein Album das ich mir gerne privat anhöre, ein Album mit verschiedenen Stilen und verschiedenen Gefühlen.
J: Wie ist das Feedback auf das Album und ist euch eine Chartplatzierung wichtig?
LT: Wir waren sogar Nummer 1 vor Madonna usw. nach dem Mid-Week-Report, nach einer Woche waren wir dann Nummer 5, danach waren wir dann schon Nummer 36. In Schweden ist es lächerlich Platten zu verkaufen, das heißt gar nichts jeder zieht sich die Musik vom Netz, du kannst deine Popularität und das Feedback gar nicht in Verkäufen messen. Aber die Reviews und Rezensionen sind durchgehend gut, nur die Mainstream Zeitungen gaben uns etwas schlechtere Kritiken, die gaben uns meistens 3 von 5 Punkten, aber das geben die sowieso meistens bis immer, weil sie es nicht verstehen. Aber das Album wurde sehr gut aufgenommen, in den Foren, im Guestbook, von den Fans. Manchmal machen wir Shows wo es mir vorkommt als hätten wir ein neues, jüngeres Publikum. Genau diese jungen Leute haben dann auch kein Problem wenn wir einen Pop Song oder einen Dance Song machen. Diese Leute sind offener als ich dachte, und das ist gut so. Aber dieses Album repräsentiert uns, und jede einzelne Sekunde war von uns auch genauso beabsichtigt, niemand hat uns gesagt wie oder was wir machen sollen.
J: Ihr spielt viel in Europa, spielt ihr auch ab und zu in Amerika und wie werdet ihr dort aufgenommen?
LT: Wir waren letzten August/September an der Westcoast, wir hatten Shows in San Francisco, Los Angeles. Wir spielten auch in New York, Canada, aber eine richtige US-Tour hatten wir noch nicht.
J: Wie ist das Feedback der Amerikaner auf euch?
LT: Auf eine sehr amerikanische Art. Sie lieben es wirklich, wirklich sehr. Du weißt ja wie die Amerikaner sind, nach der Show heißt es: „Wow, verrückt, ich liebe es, usw…“ und du denkst dir so: Ja, Ja, ist schon gut. Du bekommst direkte Reaktionen auf deine Texte, wenn du in Longbeach auf der Bühne stehst und über Polizisten töten rapst dann ist das dort wirklich Realität für die Leute.
J: Ihr habt englische Texte seid aber alle aus Schweden, seht ihr euch selbst eher als amerikanisch- oder europäisch – beeinflusste Gruppe? Oder seid ihr global bzw universell?
LT: Die beste Beschreibung, wie du schon sagst, wäre universell zu sein aber um realistisch zu bleiben, sehen wir uns selbst doch eher als europäischen Hip Hop Act. Wir spielen Shows in Russland, Japan, Australien, aber sogar dort, glaube ich, sieht man uns als schwedische bzw. europäische Hip Hop Crew. Aber das ist das Ding mit den Genres, speziell durch das Internet verlieren einzelne Genres Ihre Wichtigkeit, du musst nicht Amerikaner sein um Hip Hop zu machen, da gibt es auch z.b. deutsche Reggae Künstler wie Gentleman, oder Dizzie Rascal aus England, Looptroop aus Schweden, Saian Super Crew aus Frankreich es ist so „Mixed-up“ und speziell die jüngere Generation ist cool damit.
J: Was können wir in Zukunft von Looptroop erwarten?
LT: Unser nächstes Album wird wahrscheinlich eine Reaktion zu diesem Album, Good Things war die Reaktion zu Fort Europa. Hoffentlich kommt das neue Album bald, und dauert nicht 3-4 Jahre lang, ich hoffe wir können bald damit anfangen. Promoe arbeitet auch an einem Solo Album in Schwedisch, und von mir kommt auch noch ein Soloalbum (Dj Embee)
J: …auch in schwedisch?
LT: Nein eher universell (gelächter)










