"Ich sag dir eins, wenn die Bierbräuerei „Ottakringer" ein neues Bier namens "OTK" herausbringt wunder dich nicht!"- Gjana Khan
Sua Kaan gibt es seit 1996. Frühling 2008 erscheinte die erste EP "Kurzer Prozess". Anstatt sofort eine CD zu releasen, entschlossen sich Gjana Khan, Mevlut Khan, Aqil und Shino mit Qualität Musik die zeitlos bleiben wird, enstehen zu lassen.
2009 wird ihr Debut "Aus eigener Kraft", über ihr eigenes frisch gegründetes Label SUA KAAN MUSIC erscheinen.
Was sich auf privater Ebene geändert hat, wie sie zur Österreichischen HipHop Szene stehen oder wie es zur Bezeichnung "OTK" kam, wird hier in den nächsten Zeilen für euch aufgedeckt.
Was sagt ihr zum Wahlergebnis und Politik in der Musik?
Strache plakatiert das, was Haider schon vor vielen Jahren getan hat. Aber schade finde ich, dass die Grünen sowenig Stimmen bekommen haben.
Aber scheiß auf die Politik. Es wird immer Menschen geben die sich von dieser Verhetzung angesprochen fühlen.
Wir sind gesellschaftskritisch, das kann man auf unserem Album auch hören. Wenn man über sein Leben schreibt wird immer auch ein wenig Politik dabei sein.
Wann wird euer Debut-Album „Aus eigener Kraft" erscheinen?
Aqil: Wir sind knapp vor dem Aufnahmeschluss. Uns ist die Qualität der Musik sehr wichtig. Geplant ist das Release für 2009. Die CD wird über das von uns gegründete Label SUA KAAN MUSIC veröffentlicht. Auf diesem Label sind nur wir vier oben. Die Zukunft wird zeigen, welchen Weg unser Label gehen wird, deshalb sind fürs Erste auch keine Signings geplant.
Wie kam es zu dem Titel?
Das Album heißt „Aus eigener Kraft", weil wir wirklich alles selber auf die Beine gestellt haben. Es werden mindestens 16 Tracks oben sein. Nur die besten von ungefähr 25 aufgenommen Songs werden genommen.
Shino: Mittlerweile werden es immer mehr Songs. Da ist es meistens schwierig, die Übersicht zu behalten. Meistens mag man doch die aktuellen bzw. neu aufgenommenen auf den Tonträger platzieren, ohne die anderen Tracks zu vernachlässigen. Deshalb hat sich der ganze Aufnahmeprozess in die Länge gezogen. Das Album wird auf jeden Fall randvoll. Alles aus eigener Kraft.
Features?
Mevlut Khan: Offiziell nur Ali S & Joshimizu, andere sind noch geheim. Mehr wollen wir auch nicht verraten. Es wird ein internationales Featurepaket von Deutschland bis hin zum Balkan.
Trotzdem haben wir uns mit den Features knapp gehalten, da wir uns bei diesem Debüt im Vordergrund haben wollten.
Aqil: Es würde auf jeden Fall auch mit anderen Leuten passen, doch hier geht es um uns. Nach 4-5 Jahren werden die Leute das Album noch immer respektieren. Wir sind sehr über uns hinausgegangen. Speziell haben wir darauf geschaut, facettenreicher zu sein, bei den Themen die wir ansprechen. Wir möchten uns von der einschienigen Gangsterrap-Sache distanzieren.
Also bezeichnet ihr eure Musik nicht als Gangsterrap?
Gjana Khan: Gangster-Rap ist Kinderkacke. Wenn ich eine Bank klar mache, erzähle ich das sicher nicht in einem Track. Wir machen Musik. Man muss kein Hip Hopper sein, um sich damit zu identifizieren. Wir machen Musik ohne Grenzen, ohne Scheuklappen.
Wovon werden die Tracks handeln?
Aqil: Gangstersachen, Waffen, Schießen .. (lachen) Nein, wir präsentieren nicht nur gerne unser Umfeld, sondern haben sehr persönliche Tracks dabei, die direkt von unserem Leben handeln.
Es wird viele Überraschungen geben. Wir haben deepen Shit, schnellen Shit, lustigen Shit und melancholische Tracks. Alles dabei. Wir rechnen damit, dass die CD vielen Leuten gefallen wird. Menschen mit sehr unterschiedlichen Rap-Geschmacksrichtungen.
Shino: Genau! Viel Inhalt mit Charakter.
Gjana Khan: Der rote Faden ist uns sehr wichtig. Wir haben nicht nur irgendwelche Tracks zusammengestellt sondern ein Konzept.
Dadurch, dass nur Shino und ich produzieren, ist es von Haus aus schon homogener.
Sind nach „Selam" weitere Videos geplant?
Das nächste Video, welches wir zu „Stimme der Stadt" (Anm. d. Red. von „Kurzer Prozess") veröffentlichen werden, wird ein Live-Mitschnitt von unserer letzten Release Party im Planet Music sein. Wir haben viele Projekte fürs neue Album geplant. Insgesamt werden wir noch drei Videos veröffentlichen, die speziell für das neue Album "Aus eigener Kraft" konzipiert wurden. Ein Video davon ist schon im Kasten. Weiters gibt es eine Dokumentation über Sua Kaan. Videos werden immer wichtiger. Wir werden das sicher nicht vernachlässigen. Man wird sehen wie facettenreich wir sein können. Wir möchten unserem Regisseur Umut Dag sehr dafür danken, er hat uns stark unterstützt.
Eure EP „Kurzer Prozess" wurde gratis zur Verfügung gestellt, wie sieht es beim Album aus?
Gjana Khan: Du wirst es überall käuflich erwerben können. Die EP war der Vorreiter, damit die Leute einen Vorgeschmack bekommen konnten. Sie war/ist über unsere Homepage erhältlich.
SUA KAAN gibt es seit 1996, zwar nicht in dieser Konstellation, aber wir wussten damals schon, dass wir Alles selber machen können. Wir kennen uns eigentlich schon seit wir Kinder sind. Wir sind einen langen Weg gegangen. Ohne dieses davor, gäbe es nicht diese Authentizität. Um den Vertrieb kümmert sich unser Management. Ata-Kaan ist unser Manager, er ist im Endeffekt dafür zuständig, dass ihr die CD überall erhalten könnt, sei es über Amazon oder Saturn.
Scratches fehlen ja eher auf der EP, wird sich das ändern?
Shino: Das wird sich auf jeden Fall ändern. Wir haben auch in diesem Fall eine Überraschung, sozusagen einen Überraschungs-DJ.
Gjana Khan: Es ist nicht DJ Tomekk, falls du das jetzt denkst. (lacht)
Shino: Scratcht aber mindestens genau so gut, wenn nicht besser (lacht)
Mevlut Khan: Mir fehlen in den neuen deutschsprachigen Alben geile Scratches. Es wird leider vernachlässigt. Auf unserem Album werden die Scratches nicht fehlen.
AQIL: Eine Rap-Platte ohne Scratches ist keine Rap-Platte.
Was hat sich auf privater Ebene geändert?
Wir haben sehr wenig Zeit. Entweder geht man arbeiten oder man macht nur Musik. Wir haben uns für die Musik entschieden.
Gjana Khan: Ich habe nach 7 Jahren meinen Bürojob gekündigt. Mein Vater kanns nicht nachvollziehen, weißt du. Er versteht das nicht. Ich hatte ein sicheres Einkommen. Wenn du wirklich erfolgreich sein willst, qualitative Musik liefern möchtest, brauchst du Zeit. Ein Track dauert für Außenstehende nur 3 Minuten, aber für uns steckt viel mehr Arbeit dahinter. Wir arbeiten konzentriert, davor war es eher Hobby.
Denkt ihr, ihr erreicht mit eurer Musik Personen außerhalb der „Szene", welche nichts mit HipHop zu tun haben?
Mevlut Khan: Klar, wenn ich auf der Straße gehe, kommen mir Krocha entgegen und geben mir Props. Musik soll unterhalten. Die, die sich damit nicht identifizieren können, lernen einfach etwas von unserem Leben, weißt du? Das ist einfach eine Dokumentation auf einem Tonträger! Der eine widerspiegelt sich darin, der andere lernt was draus und alle haben eine gute Unterhaltung.
Also ist alles was ihr in euren Liedern sagt wahr?
Mevlut Khan: Das muss sein. Ich kann nichts rappen, dass ich nicht erlebt habe. Ich hätte nur ein schlechtes Gewissen dabei. Damit könnte ich nicht klar kommen.
Aqil: So hat es angefangen und so wird es auch enden. Wir sind privat korrekt und am Mic korrekt, das weiß jeder der uns kennt.
Wie sieht's auf der produktionstechnischen Seite aus?
Gjana Khan: Wir spielen sehr viel ein (Gruß an meinen Partner Sound Robaze), aber gute Samples verwenden wir auch. Ich verwende Cubase 4, die MPC, einfach gemischt. Ich bringe einen Beat und wir überlegen gemeinsam ob wir damit etwas machen wollen. Es ist uns wichtig, dass die Tracks zeitlos sind. Wir möchten auch noch in 5 Jahren dazu stehen können. Wenn du es einmal veröffentlicht hast, ist es Draußen, dann gibt es kein zurück. Trends interessieren uns nicht.
Shino: Zusammenarbeit ist uns einfach wichtig. Gjana hat eigene Elemente, genau so wie ich. Dadurch fahren wir produktionstechnisch eine noch breitere Schiene. Das ist unser Vorteil.
Ich spiele alles selber ein, ich selber verwende sehr wenige Samples. Ich lass mehr meinen Gefühlen freien Lauf. Es gibt natürlich auch Melodien, die ich gerne nachspiele und sie in ihrer Grundform und im Arrangement ändere. Aber ein Sample 1:1 zu nehmen, um dann Drums drauf zu klatschen, würde mich nur in meiner künstlerischen Freiheit einschränken.
OTK steht einfach nur für Ottakring?
Aqil: Die Abkürzung hab ich um 98` herum erfunden. Ich wollte Ottakring in einem Text einbauen, doch das Wort war zu lang, da hab ich es einfach gekürzt. Das war die Geburtstunde von OTK. OTK steht heute für den Stadtteil Ottakring.
Gjana Khan: Ich sag dir eins, wenn die Bierbräuerei „Ottakringer" ein neues Bier namens OTK herausbringt wunder dich nicht! (Alle lachen)
Mevlut Khan: Props an die ganzen Sprayer, denn sie haben ziemlich große Eier! Ich bin stolz auf die OTK-Graffitis die überall in der Stadt sind. Die sind übrigens nicht von uns. Es ist nicht mehr in unserer Hand, die Kids fahren einfach unseren Film.
Wie steht ihr zur Österreichischen HipHop Landschaft?
Wir sind hier geboren, wir sind auf jeden Fall Teil von ihr. Angeblich sind wir ja gegen Österreicher, das ist vollkommener Schwachsinn. Es ist uns wichtig, dass das auch hier klar gestellt wird. Es ist doch scheißegal. Mensch ist Mensch. Wir setzen nicht auf Lokal-Patriotismus. Musik ist nicht da, um Menschen zu trennen. Bei uns kann jeder mit seinem Kopf nicken. Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Musik Leute zusammen bringt. Wir danken unserer bunten Fangemeinde. Wir lieben diese Leute und unser Forum wächst jeden Tag, das ist einfach Bombe.
Wie sieht's mit der Österreichischen Disskultur aus?
Aqil: Reine Zeitverschwendung, anstatt dumm rum zu dissen sollte man mehr Themen behandeln.
Wer viel erlebt hat, hat viel vorzuweisen - wer wenig gesehen hat - der versucht es mit dissen.
Shino: Dissen kann jeder. Eine unnötige Funktion im HipHop, um Fame zu bekommen.
Mevlut Khan: Ich habe bis jetzt noch keinen wirklich guten Diss Track gehört, liegt wahrscheinlich daran, dass sich die meisten zu wenig kennen.
Abschlusstatement?
Mevlut Khan: Wir grüßen alle die sich einen Gruß erwarten. Die SUA KAAN Soldaten, www.sua-kaan.at/forum (alle lachen) und wenn ihr News wollt, dort bekommt ihr sie. Es ist cool dort. Jeder der cool sein möchte, meldet sich dort an.
Shino: Gruß an meine Familie, Freunde, Droogs speziell das Forum und alle die mich kennen.
Gjana Khan: SUA KAAN ist nicht Böse, jeder der uns Liebe zeigt, bekommt sie zurück. Man kann uns nicht haten.
Aqil: grüsse an OTK - alle Kups und Droogs - Sound Robaze - Ali S, Ciko Baba, Jean Türk - Bludzbrüder - Stonepark, Samira, Umut Dag und sein Team, die Jungs und Mädls von hiphop.at, unseren weltklasse DJ und meine Familie.
Ata Kaan: Kauft euch die CD!


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