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Interview mit Hinterland
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Hinterland [MS]
DJ Hooray [MS]
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icon Interview mit Hinterland

Lou_E, am 16.10.2007

pfeilreihe
 

Als Hinterland bezeichnet man das oberösterreichische Mühlviertel - und Hinterland sind auch 2 MCs - Akinyemi & Sirius - und 2 DJs  - DJ Ability & Hooray. Vor kurzem haben sie ihr Debutalbum Zwa Seiten [HH.at | Review] veröffentlicht und begleiten Texta [HH.at | Interview & Review] derzeit auf deren Parolitour. Worauf sie in ihrer Musik Wert legen, welche Ziele sie sich gesetzt haben und ob das nächste Album auf japanisch erscheint, verraten sie im folgenden Interview. 

Hinterland - Entstehungsgeschichte? Ihr habt 2 Dj's?

Hinterland mit einem Dj und zwei Mc's gibt es in etwa seit 6 Jahren. Dj Hooray als zweiter Dj, kam im Zuge der Gründung der Hillbilly Souldiers, vor 2 Jahren zu der Gruppe.
Die Hillbilly Bewegung ist das Sprachrohr für Gender zwischen Mc's und Dj's. Für uns ist der Dj nicht der, der nur die Tracks in den Player kopiert, sondern genauso wichtige für eine tighte Show wie die Mc's. Hinterland sind live und im Studio 4 Leute, die alle gleich viel Beitragen müssen, damit es leiwand klingt. Leider ist es live oft nicht möglich mit 2 Dj's aufzutreten, da das Equipment nicht vorhanden ist.

Warum sollte man das neue Album Zwa Seiten unbedingt kaufen?

Ich denke, da das bisweilen nicht zum Lebenserhalt finanzieren beiträgt, muss man Zwa Seiten nicht kaufen. Vielmehr muss man Zwa Seiten hören und fühlen. Wenn es sich wer kauft, weil er uns damit unterstützen will - umso besser. Grundsätzlich wollen wir gehört werden! Weil: „Des is nu lang ned des End!"

Was habt ihr beim Album gegenüber der Demo verbessern können?

Eher, was ist gleichgeblieben? Wir sind immer noch 4 Dudes, die mit demselben Vogel, jeden Tag gerne Musik machen. Wir machen es, weil es uns einfach Spaß macht. Klingt gscheit abgedroschen ist aber so! Verbessern - Skils, Inhalte, Beats...

Bei Tracks wie Wir vagessn ned wirds auch politisch. Ist euch das ein Anliegen bzw. worauf fokussiert ihr euch?

Ja, es ist uns enorm wichtig. Leider muss man ehrlich sagen, ist der politische Teil bei diesem Album sogar noch etwas zu kurz gekommen. Hinterland war immer eine politische Band und wird es auch bleiben. Wir stammen ja aus dem Mühlviertel und dort ist der Alltagsrassismus noch ziemlich ausgeprägt. Deswegen kann man sagen, dass Akinyemi's Leben direkt und unser Leben indirekt (durch dem engen Kontakt zu ihm) geprägt wurde. Es wäre vermessen zu behaupten, wir können das ändern und jedes Mühlviertel Zeltfest wird nach dem Album zu einer Pro-Integrationsversanstaltung. Aber wir werden nicht aufhören zu sagen, dass die ganzen ewig-gestrigen im Unrecht sind und das wir nicht vergeßn/verdrängn was war.
Zur Tagespolitik braucht man hier nicht viel sagen - die liefert auch brav Themen, die man in Tracks behandeln kann.

Zu I remember / I deng zruck: ist das so? Veranstaltet man selber Jams, wenn einen niemand bucht?

In Linz ist man gesegnet durch die Kapu. Die ist sehr aktiv und beobachtet die junge Szene und lässt dann auch junge Acts auftreten - auch wenn das noch nicht das Gelbe vom Ei ist. Auch das Kuba in Linz gibt immer wieder jungen Acts die Möglichkeit vor Publikum zu spielen. Wir haben aber auch Jams selber organisiert und grundsätzlich sei das jeden jungen Act ans Herz gelegt. Man wird womöglich für immer in seinem Proberaum bleiben, wenn man wartet bis die Veranstalter an der Tür klopfen. Die Dinge selber in die Hand nehmen schadet da oft nicht. Bei uns ist natürlich noch dazugekommen, dass die Hip Hop Infrastruktur im Mühlviertel etwas bescheiden ist. Da war es notwendig Jam's selber zu machen auch um die ganzen Leute kennen zu lernen bzw. damit die uns kennen lernen.

Auf eurer Platte rappt ihr sowohl hochdeutsch als auch im Dialekt. Was liegt euch mehr? Werdet ihr beides beibehalten?

Das ist ein wichtiger Teil von Zwa Seiten! Und wir werden uns das auf jeden Fall beibehalten. Wir schreiben die Tracks in der sprachlichen Ausprägung, die wir gerade mehr fühlen für dieses Thema.
Für uns ist das eher eine Nebensächlichkeit. Ich denke für die Leute die den Hinterland Sound mögen, ist es ziemlich egal, ob wir Dialekt oder hochdeutsch rappen. Ziel muss es wohl sein, dass die Leute, die die Hinterland hochdeutsch Tracks mögen auch die Dialekt Tracks feiern - und umgekehrt.
Wenn wir das erreicht haben, bringen wir ein Album auf japanisch!

Hinterland - die Bauerncrew. Wie seht ihr euch selbst?

Naja, im Stall beim Kühe melken und ausmisten. Dort wo wir hingehören. Am Abend sitzen wir meist beim Stammtisch und streiten über die Aufteilung der Eu-Agrarförderung.

Besteht eurer Meinung nach ein Unterschied zw. Hiphop vom Land und aus der Stadt?

Ich weiß nicht, hört man einen Unterschied? Mir ist keiner aufgefallen.

Welche Ziele habt ihr euch persönlich gesetzt?

Hillbilly Invazion!!
Wir wollen noch lange miteinander Spaß haben und Musik machen. Unser Leben ist noch so aufgebaut, dass die Musik der einzige Ausweg aus dem Heustadl ist. ABER: der Wille und der Glauben daran, mit der Musik auch in Zukunft Menschen zu berühren, ist vorhanden. Deswegen werden wir den Weg, den wir eingeschlagen haben, auch weiter betreiben und versuchen so viele Leute wie möglich zu erreichen. Was uns die Zukunft sonst noch bringt... Hillbilly Souldiers fungiert auch als Label, vielleicht kann man die Strukturen aufbauen, die anderen jungen Bands hilfreich sein können. Versuchen werden wir es sicher.

Was ist für die Zukunft geplant?

Das ist natürlich streng geheim. Wir haben 3 Jahre lang gesagt, jetzt kommt dann gleich das Album.
„Da hamma scho, was glernt, des mach ma nimma". Man wird es schon bald genug erfahren, wenn wieder was fertig wird. Und so lange wie beim letzten Mal dauert es auch sicher nicht mehr.

Tretet Ihr lieber live auf oder seid ihr lieber im Studio?

Ist situationsabhängig. Wenn wir lang im Studio, waren wollen wir raus und den Leuten zeigen was wir gemacht haben. In der Zeit vor dem Album war, wo wir schon lange die „alten" Tracks gespielt haben, da wollten wir ins Studio, damit ich die neuen Sachen fertig machen können. Bei uns ist Studio aber nicht gleich Studio. Das ist das Schalfwohnzimmer vom Akinyemi, da chillen wir auch, wenn wir keine Tracks machen - insofern ist das kein Ort der zwingend mit Arbeit verbunden ist.


Abschlussstatement...

Live for the cow - die for the cow!

Danke an alle, die beim Album dabei waren und besonderen Dank an alle, die es schon gekauft haben.



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