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Interview mit DeWieners
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[MS] De Wieners
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icon Interview mit DeWieners

Lou_E, am 29.08.2008

pfeilreihe
 

Die netten Jungs von Nebenan haben einen Namen: DeWieners. Mittlerweile zwei Alben und etliche Live-Auftritte haben sie in der Wiener Szene bekannt gemacht. Besonders an ihrer Musik ist vor allem der jazzig-funkige Einfluss, den man auf jeder ihrer Platten durchhört. Im folgenden Interview stehen Scoop, Sweat-On und Steph Rede und Antwort zu Musik, Album-Produktion und Image.

Was ist euch wichtig?

Wichtig ist uns, die Leute mit Hiphop in Kontakt zu bringen, die sonst nichts damit zu tun hätten, gute Musik zu machen und Menschen zu begeistern.

Wenn's denn darum geht Nicht-Hopser zu begeistern, heißt das dann, das Ganze radiotauglicher zu machen?

Das muss nicht unbedingt radiotauglich sein, das heißt einfach, dass es auch andere Sparten gibt, die mit Hiphop gerne in Berührung kommen dürfen. Du kannst im Birdland sitzen, wo eine Jazz-Bigband spielt, wegen der die Leute gekommen sind und dann geht einfach ein Rapper auf die Bühne, schnappt das Mic, kickt eine Strophe, machts gut, es passt auf die Musik und die Leute sind begeistert.

Liegt diese Ambition mit Jazz zu kombinieren aber nicht eben genau daran, dass der Papa in einer Jazz-Band spielt?

Dass wir uns auf der jazzigen Seite sehr wohl fühlen, steht außer Frage. Das ist eine Tatsache, das geben wir natürlich alle zu. Glernt is glernt. Aber es geht darum, dass Leute, die mit Hiphop primär nichts zu tun haben, durchaus auch durch einen Rappart, wenn er gut ist und mit der Musik harmoniert, begeistert werden können und das nicht mehr als Rap oder Jazz, sondern als Mischform wahrgenommen wird.

Vor allem geht's da nicht nur um Jazz, sondern um den musikalischen Anspruch. Es muss mehr sein, als nur ein paar Drums hinklatscht, a Basslinie und irgendwelche Sounds reingfickt oder so. Ein bisschen Musikalität, ein paar schöne Akkorde, ein paar gewollt gesetzte rhythmische Akzente...

Aber das liegt ja größtenteils auch wieder an eurer musikalischen Vorbildung: da Papa vom Scoop in der Jazz-Bigband, Steph bei den Sängerknaben, Sweat-On als Blockflöten-Solist...

Das liegt ganz, ganz sicher auch daran, dass wir, alle drei, irgendwie schon aus einem musikalischen Gefilde kommen und deswegen hat Musik neben Rap auch einen sehr hohen Stellenwert. Es muss einfach gute Musik sein. Es passt ja auch sehr gut zusammen, wenn man sich zum Beispiel einen Lupe Fiasco anhört.

Themenwechsel. Ihr habt ja mittlerweile zwei Alben draußen, das neueste heißt Splash. Wie sind eure Erfahrungen bezügl. Finanzierung, Verkauf, Vertrieb...

Finanziert haben wir nur aus eigener Tasche: wir haben alle Kosten einfach gedrittelt. Nachdem jeder sein Geld reingesteckt hat, wissen wir auch, wofür wir gearbeitet haben. Verkaufszahlen haben wir bisher vermieden, aber sagen wir's so: wir sind ja auch stolz darauf bei Media Markt und Saturn vertrieben worden zu sein und da sind wir ausverkauft.

Da hat‘s wahrscheinlich auch nur zwei Alben gegeben ;)

Klar, die Lieferung an diverse Geschäfte war nicht so groß, aber die CDs, die es dort gegeben hat, waren binnen einer Woche ausverkauft. Aber wie gesagt: keine Ahnung. Verkaufszahlen haben wir bisher echt vermieden und am meisten verkauft man wahrscheinlich bei Konzerten, bei Jams usw.

Außerdem geht es darum auch gar nicht. Es war für uns einfach an der Zeit nach 4 Jahren wieder ein musikalisches Dokument abzuliefern. Natürlich hätten wir gerne die ersten 1000 Stück innerhalb von einem Monat verkauft, aber selbst dann hätten wir wahrscheinlich nur die Produktionskosten drinnen. Um Geld zu machen, haben wir das Album sicher nicht gemacht. Es wäre natürlich ein sehr schöner Effekt, damit etwas zu verdienen, aber wir waren auch immer der Meinung, dass man schon zufrieden sein kann, wenn sich halbwegs ein Nullsummenspiel ausgeht.

Zum Glück macht das ja neben dem Terminkoordinationsstress sehr viel Spaß und im Endeffekt hat man dann ein Dokument mit dem man, so blöd es klingt, hausieren gehen kann.

Die Frage, die bleibt, ist trotzdem: wie zahlt sich das aus auf lange Sicht, wenn man nicht einmal die Produktionskosten reinkriegt? Muss man sich da nicht andere Wege überlegen siehe Sodom&Gomorrah oder die Vamummtn?

Es kommt halt drauf an, in welche Schiene man rein will, aber das Konzept vom Streetdeal macht sicher Sinn. Schau dir die Vertriebe in Österreich an: wir sind jetzt bei Hoanzl und das ist zugegebenermaßen ein ziemlicher Scheiß.

Aber wir haben das Album ja nicht gemacht, um die Produktionskosten herinnen zu haben, sondern aus reinem Egoismus und aus Selbstverwirklichung. That's the point. Wir hatten einfach ein paar Lieder, von denen wir dachten, die müssen raus. Der kreative Prozess hat irgendwann nach dem ersten Album wieder begonnen und als genug da war, haben wir beschlossen, ein zweites Album zu machen. Das war echt nur Selbstverwirklichung, mehr nicht. Finanzieller Gedanke war von Anfang an: Shit, ich weiß nicht, wie sichs ausgeht, aber ich tu's für mich, für mich und für mich.

Der Gedanke per se ist ja nett und bewundernswert, aber fragt man sich bei einem ständigen Verlustgeschäft nicht irgendwann, wie geht sich das aus bzw. was krieg ich dafür?

Das, was wir gekriegt haben, hat witzigerweise nichts mit dem Album zu tun. Es ist die Resonanz, die wir live kriegen, ob mit Band oder ohne Band. Es sind die Leute, die kommen und begeistert sind und das tröstet darüber hinweg.

Summa summarum: ohne finanzielle Rücklagen kein Album.

Richtig. Allein der Prozess des Aufnehmens ist ja schon ein großer finanzieller Aspekt, wenn man kein eigenes Studio hat. Eine halbwegs günstige Vocalkabine findest leicht, aber wenn du dann 4 vollwertige Instrumente abnehmen musst, ist das was anderes.

Zudem wir ja offiziell Leute sind, die für Beats zahlen. Wir haben alle unsere Beats bezahlt, außer den vom Flipo, der ihn für lau beigesteuert hat. Alle anderen haben wir zahlen müssen und auch gern bezahlt - schließlich haben wir ja auch was dafür bekommen.

Außerdem wollten wir diesmal im Gegensatz zum ersten Album auch als Produzenten hinter dem Ganzen stehen. Und um nochmal auf „es rechnet sich oder es rechnet sich nicht" zurückzukommen: es gibt natürlich schon Phasen, wo du dir denkst „Boah, wofür das Ganze?" und irgendwie hast manchmal deine Hänger, wennst zum 4. Mal zum Bankomaten rennst, nachdem du im Flex gespielt hast und dir 400 euro versprochen wurden. Das ist natürlich oarsch, aber es geht trotzdem weiter. Die Liebe hört nicht auf.

Nachdem ihr bis dato immer noch ohne „Fick deine Mutter" und ähnlichem Vokabular auskommt - wird euch vorgeworfen, ihr seid Studentenrapper?

Das ist uns blunzn eigentlich. Wir haben von Anfang an unser eigenes Ding gemacht und ehrlich gesagt: wir ficken keine Mütter. Und ich nehm auch nicht an, dass es irgendjemand anderer tut. Klar, wenn man angfressen ist, flucht man, dass Wolken aufziehen, aber das ist nichts, das ich unbedingt in einen Text einfließen lassen muss. Insofern war uns das eigentlich immer wurscht. Jetzt in Zeiten, wo diese Aggro-Raps überhand nehmen, ist die Resonanz schon eher wieder positiv, wenn man das nicht macht.

Der Schlüssel bei uns ist halt wirklich positive Musik; Musik, die Menschen sich gut fühlen lässt. Das ist das, worum es hier eigentlich geht.

So wie bei euch auf MySpace steht: Friendly neighbourhood Rap-Stars.


Wir sind nunmal genau das und wir sind auch Lieblingsschwiegersöhne, aber das ist eine andere Geschichte.

Abschlusstatement?

Funk you!

 


Kommentare

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jo ..

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posted by sterilone
gutes interfu !

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posted by Cuntmaster_Dookie
ich hasse es jedem und allen alles recht machen zu wollen

Rap heißt Du hasst mich ich fick Dich, Chiller!

naja

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posted by daua
Die Lou hätte schon mehr auf die Musik eingehn können und nicht 3/4 nur über Verkauf reden.
Album is leiwand.
Grüsse

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posted by contraband
gutes interview :-)

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posted by rozz.bua
es leben die hiphopfaschisten!

muesli zum fruehstueck 8-)