"Ich möchte HipHop in Österreich salonfähig machen..."
Der Manager von "BWSE" und "Most Hated der Österreichischen Rap Szene" wird am 10.07. sein lang erwartetes Album veröffentlichen. "Brooklinz Finest" kommt mit 21+ Tracks und Features von The Game höchstpersönlich, Elephant Man, General Levy, Didi Bruckmayr und dem als einzig vertretenen Rapper dieses Landes, Def Ill.
Ich traf mich mit ihm auf dem berüchtigten "HHC-Fest" in der Arena, nach dem ein "Battlejausn"-Kanditat auf Grund "homophober" Aussagen von der Bühne vertrieben wurde.
Big J: "HipHopConnection" ist eigentlich eine gute Idee nur heute waren wirklich einige Sachen...
Inwiefern eine „gute Idee“?
Big J: Ja, die Elemente zu fördern und DJ-ing, Breakdance und Graffiti wieder mit Rap zu vereinen.
Waren heute am Nachmittag viele Besucher da? (Anm.d.Red. am Nachmittag wurden die Elemente Breakdance, Graffiti und Djing mehr betont)
Big J: Nein wenige...
Was ist hier gerade vorher passiert?
Big J: Gerade eben war die „Battlejausn“ und es gab einige sehr ausfallende Bermerkungen obwohl es im Reglement so beschrieben war, dass keine homophoben, rassistischen oder antisemitischen Aussagen getroffen werden dürfen. Das hieß aber nicht, wenn man einmal „schwul“ sagt wird man von der Bühne gekickt.
Wo ist denn da die Grenze?
Big J: Eben, das haben wir auch lange besprochen. Es gibt einfach eine gewisse moralische Grenze...
„Spax“ (Anm.d.Red. Host und Rapper) sagte ja man solle lieber die Mutter beschimpfen a la „Deine Mutter ist so fett...“, aber keine „homophoben“ Lines bringen. Wo ist da der moralische Unterschied?
Big J: Beim „Winchester“... (Anm.d.Red. ein Rapper der auf Grund dieser Punch: „Euer ekliger Schwuchtelstyle, ist so schwul, dass sogar Schwule sagen "Oh mein Gott sind die schwul" und sich schämen schwul zu sein“ von der Bühne vertrieben wurde)
Wer ist dieser Winchester überhaupt?
Jemand im Hintergrund meint er klinge wie Chakuza.
Big J: Bereits im Vorfeld hat „Winchesters“ Kollege ausländerfeindliche Sachen gesagt. Die waren eben mit Österreich Jacken dort und die „Arena“-Leute sind halt doch eher links. Ich muß sagen die „Battlejausn“ war meine Idee aber es war im vorhinein schon eher Utopie. Ich wollte einfach das Battle, was seit jeher ein Prinzip in der HipHop Geschichte war, fördern und...
Mit vorgegebenen Texten, die überraschend mies waren?
Big J: Ich frag mich auch... Ich hätte mir mehr erwartet. Dies war eine Erfahrung und ja...
Die Frage ist ob es Sinn macht Battles zu veranstalten, bei denen das Niveau so extrem niedrig ist, dass sogar in Freestyles mehr Punchlines enthalten sind...
Big J: Ich bin ja auch beschimpft worden von den...
Von jedem?
Big J: (lacht) Ja von so ziemlich jedem.
Manche Sachen waren doch sogar lustig?
Big J: Ja eh, ich hab den „Fuchs“ zum Beispiel nicht deswegen abgebrochen weil er Sachen über mich gebracht hat sondern weil er einfach schon weit über seinen zwanzig Bars war.
Egal vergessen wir das. Du bringst ja jetzt bald „Brooklinz Finest“ raus.
Big J: Es kommt raus über Sony, Hoanzl und Black Wall Street Europe.
Auflage?
Big J: Über sowas red ich eigentlich nicht. Ich kann aber sagen, dass alleine für Deutschland 800 Stück vorbestellt wurden. 21 Nummern mit einem Bonustrack sind es geworden.
Features?
Big J: The Game, Elephant Man, General Levy, Def Ill und Didi Bruckmayr. Produzenten: Anf & Biztram, Paul Blaze, Shuko, Tommy Magnum, Paul Blaze, Digga Mindz, Flip,...
Klingt ja sehr viel versprechend. Wie kam das mit Didi Bruckmayr zustande?
Big J: Ich kenn den Didi schon lang, da er damals seine Karriere im Kulturverein von meinem Dad begonnen hat. Ich hab ihm gesagt ich habe da einen experimentellen Track mit „Mode Selector“ und hätte ihn gerne dabei.
Der rote Faden des Albums?
Big J: Es gibt eine große Vielfalt an Styles und Themen. HipHop, Reggae, Drum’n’Bass, alles was sich für mich gut anfühlte ist draufgekommen. Deswegen sind Beats mit Soulsamples, orge Synthiebretter nur Elektro oder halt ne D’n’B Nummer oben.
Def Ill ist also das einzige österreichische (Rap)Feature? Wieso das?
Big J: Naja, weils mein Ding ist und eh schon so viele oben sind. Ich hab generell nur Nummern mit Musikern gemacht zu denen ich auch eine persönliche Beziehung habe. Ich habe auch niemanden „bezahlt“. Der Felix hat sehr viel Potential und ich arbeite gerne mit ihm zusammen.
Kriegt er jetzt ein „Game“ Feature?
Big J: (lacht) Er ist am Remix oben.
Wie sehen deine musikalischen Ziele aus?
Big J: Ich möchte HipHop in Österreich salonfähig machen.
Braucht es dafür nicht einen Markt und eine gut funktionierende Szene?
Big J: Ja, aber der Markt ist nicht unbedingt die Underground Szene.
Wer kauft dann deine Musik?
Big J: Die 14-16 Jährigen die den „X-Press“(Anm.d.Red. österreichisches Gegenstück zur "Bravo“) lesen, in dem ich jetzt auch öfter gefeatured werden soll.
Es folgt eine Diskussion über Jugendliche und illegales Downloaden...
Wenn du sagst du möchtest einen Markt aufbauen, geht es dir im Endeffekt darum, dass du etwas verkaufen möchtest?
Big J: Naja, ich möchte irgendwann vielleicht mal von meiner Musik leben...
Von HipHop leben?
Big J: Vielleicht auch nicht HipHop, einfach von Musik. Da geht es jetzt nicht nur um Verkäufe sondern auch um Musikmanagement.
Es folgt eine Diskussion über Sell Out und die Verschiebung von Werten in der HipHop-Kultur...
Letzte Frage. Dein Track „die Opferliste“ hat ja unter anderem dafür gesorgt, dass du vom Donauinselfest gestrichen wurdest.
Big J: Ich will eigentlich garnichts dazu sagen. Es war Sarkasmus, Parodie und Übertreibung. Vielleicht sind einige wirklich zu dumm um das zu erkennen.


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