„Es gab einfach Fälle, die ich nicht auf der Strecke lassen konnte. Die müssen die Chance bekommen.“ Sido
Eine Mischung aus Castingshow und Reportage soll die Sendung „Blockstars - Sido macht Band" werden, welche Mitte Dezember geaired wird. Sechs Wochen Zeit, um aus den „perspektivlosen" Menschen eine Band zu formen.
Eine Handvoll Rapper und drei Sängerinnen sind dafür extra in den 3. Bezirk gezogen. Sido spielt Diddy: „An den Wänden der weiträumigen Wohnung finden sich zehn Regeln, z.B. 'Sidos Wort ist Gesetz'“. Die erfolgreiche Übernahme amerikanischer Ideen hat der Rapper schon beim anfänglichen Einsatz seiner Maske bewiesen. Was dort funktioniert, funktioniert hier ganz bestimmt. Die Motivation hinter dem Projekt? „Ich habe mehr erreicht, als ich mir je erträumt habe. Und jetzt will ich einfach etwas weitergeben“, so Sido selbstlos. Das eigens entwickelte Konzept fand bei den deutschen Sendern keinen Anklang – zum Glück frisst ihm der ORF aber aus der Hand. Durch gerechtfertigte Kritiken in seiner Funktion als Juror und das – vermutlich inszenierte – „Battle“ (Sido vs. Jeannee) hat sich der ehemals Sprayer in unsere Herzen geschlichen. Österreichs ‚High' Society ist so extrem langweilig/unauthentisch, dass sich der Berliner hier wie eine Oase des Schmähs anfühlt.
Das Projekt „Blockstars“ verspricht „schwierigen“ Jugendlichen (teilweise knapp unter 30) eine Musikkarriere, das „Wegkommen von der Straße“ (durch Casting per YouTube). Viele Rapper haben sich gemeldet, Geschichten, die Sido rührten. In einer richtigen ’HipHop-Band’ darf aber nicht die Biatch fehlen. Zum Glück haben sich auch Frauen beworben, denen es aber, im Gegensatz zu den Herren, an Struggle-Erfahrung fehlte. Im Rotlichtmilleu suchten seine Protégés daher nach ein paar „Fergies“. Die kamen auch angetanzt, nur leider noch immer ohne prekärem „Hintergrund“. Naja egal, sie müssen ja eigentlich nur gut aussehen. Bei den Rappern ging es Sido ja auch nicht (nur) um musikalische Qualitäten: "Hätte ich nur nach Rap-Kriterien entschieden, wär keiner dabei. Aber ich war früher auch scheiße, doch je mehr ich gesehen habe, dass die Möglichkeiten wachsen, desto ernster habe ich es genommen." Es fehle den Kandidaten daher bislang an Ernsthaftigkeit. Und genau das soll sich nun ändern: "Werte sollen vermittelt werden, abseits der Musik, wie Pflichtbewusstsein oder Ähnliches. Unser Hauptanliegen für dieses Projekt ist der soziale Aspekt." Oder der Sozialpornoeffekt. Unterstützt wird Sido dabei von dem Producer Paul Blaze (bekannt u.a. durch Zusammenarbeit mit Big J) und Rapper Nazar. Man darf gespannt sein!
Start: 15. Dezember, 21.55 Uhr auf ORF
Anm.: 'Social Porn" steht richtig übersetzt für interaktive Pornowebsites.










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