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Dj Premier - Blaq Poet Interview
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icon Dj Premier - Blaq Poet Interview

MC-J, am 14.05.2008

pfeilreihe
 

Gemeinsam mit den Redakteuren von Okto TV trafen wir uns im Zuge der HHC nachmittags im Backstage der Arena mit Dj Premier und Blaq Poet um über ihren neuen Projekte zu sprechen. (Um die Vollständigkeit des Interviews zu gewährleisten, sind auch die Fragen von Okto mit dabei)

Okto: Wo kommst du her?

DP: Du meinst wo wir wohnen oder wo wir geboren sind?

Okto: Wo ihr wohnt!

DP: New York City

BP: Queensbridge New York.

Okto: Wie alt seid ihr?

DP: Ich bin 42.

BP: ich bin 38.

Okto: Hast du eine Familie? Bist du verheiratet?

DP: Naw, ich habe eine Freundin?

Okto: Und wie alt ist Sie?

DP: Das ist doch gar nicht wichtig, ich habe eine Freundin.

J: Premiere, du bist seit den ersten Tagen dabei, heute produziert du auch Mainstream Musik wie für Christina Aguilera, wie ist es für dich, dass nun auch Pop/Mainstream Künstler deine Produktionen wollen!?

DP: Zum Beispiel Christinas Ehemann ist ein echter Hip Hop Head, er hat Ihr gezeigt was ich so mache. Hip Hop muß von Leuten gemacht werden die die Sprache und die ganze Kultur verstehen, er hat das quasi auf sie übertragen, und musikalisch hat es ja gut hingehauen für Sie, oft ist es ja so, dass sich Künstler gewisse Produzenten nur wegen des Namens holen um sie auf der Platte zu haben. Ich der aus dem tiefsten Underground komme habe gesehen, dass oft die kleinen Artists ganz groß werden. Jay-Z war underground und wurde Groß, Biggie das selbe. Man muß sicherstellen dass der Underground am Leben bleibt sodass der nächste Jay oder Biggie kommen kann. (premiere verweist auf den neben ihm sitzenden Blaq Poet) Er ist einer der Artists die nie ihren angemessenen Shine bekommen haben, er ist sehr Underground, das ist Musik in ihrer pursten und reinsten Form. Denn oft wenn man einen gewissen Status erreicht, die breite Masse ansprechen will, dann leidet die Musik darunter und wird abgerundet und verwässert. Es ist wie Kaffe, ich will starken, schwarzen, puren Kaffe. Keine Milch, kein Zucker, einfach Schwarz und pur.

J: Frage: Würdest du für eine Künstlerin wie z.B. Britney Spears produzieren, die absolut nichts mit Hip Hop zu tun hat?

DP: Das hängt alles immer von den gesamten Rahmenbedingungen ab. Wieso willst du das mit mir machen? Für welches Projekt? Ist es für einen Film oder eine CD? Wir stellen fragen! Wir sagen nicht einfach: Okay, Premo macht den Job. Wir müssen jedes Detail wissen. Eine Menge Leute in der Entertainment Industrie machen das nicht, aber ich mache es aus meiner Erfahrung die ich in der langen Zeit im Game gesammelt habe. Ich habe immer sehr genau aufgepasst mit wem ich was mache, du musst vorsichtig sein, dass du dir nicht deinen Namen beschädigst oder ruinierst. Dein Name ist alles, er kann für dich oder gegen dich arbeiten.

J: Blaq, erzähl doch mal von wo ihr beiden euch eigentlich kennt, ihr wirkt als wärt ihr gemeinsam aufgewachsen?

BP: Ich habe Premo damals in den späten 80ern, frühen 90ern getroffen. Von da an waren wir cool. Wir haben zwar mal den Kontakt verloren, aber sind wieder durch gemeinsame Freunde zusammengekommen.

DP; Ich war immer ein Fan von Ihm, die Screwball Sachen, sein Solo Album, jedes mal wenn wir uns getroffen haben, habe ich gesagt: Man, ich liebe deinen Scheiß, wir müssen irgendwann etwas gemeinsam machen. Und irgendwann ist endlich hier.

OKTO: Welchem Kandidaten würdet ihr eure Stimme geben? Obama oder Hillary?

DP: Jeder will das wissen. Ahm, ich würde Obama sagen. Es würde sicher noch bessere Kandidaten geben, aber ich sage Obama.

BP: Eric B. for President. Obama, es ist zeit für Veränderung. Ich wähle nicht, aber es wird endlich Zeit dass sich etwas verändert. DU wählst.

J: Wieso wählst du nicht?

BP: Einfach so. Aber all ihr Kinder wählt. Verändert was! Wähl oder Stirb!

Okto: Was ist der große Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Hip Hop?

DP: Die Sprache. Hip Hop wurde in englischer Sprache geboren, heute ist er französisch, italienisch, russisch. Es hat sich von Amerika über die ganze Welt verbreitet, genauso wie Breakdance und Graffiti, es kam alles vom Ghetto. Heute ist es weltweit und zeigt dass es keine Grenzen gibt, weder Hautfarbe noch Sprache. Entweder du liebst Hip Hop oder nicht. Es muß nicht jeder ein Teil davon sein, aber Ihr hier und wir sind alle Teil der Hip Hop Familie.

J: Ich habe gehört du würdest jedem Künstler den du gut findest einen Beat geben, ohne dabei gleich an das Geld zu denken?

DP: Natürlich müssen sie zahlen, aber ich würde Ihnen einen Preis machen den sie sich leisten können, bis sie erfolgreich werden. Jay-Z und Biggie sind dafür sehr gute Beispiele, ich habe ihnen anfänglich wirklich sehr wenig Geld für die Beats verrechnet, als sie dann erfolgreicher wurden habe ich dann natürlich mehr von Ihnen verlangt, das ist nur richtig so, und Sie waren auch sehr froh darüber. Wenn ich Talent erkenne, natürlich muß man zahlen, würde ich demjenigen schon entgegenkommen.

BP: Zuerst müssen sie mich battlen.

DP: Ja ein Battle gegen Poet.

J: Ganz konkret, würdest du auch z.B. mit europäischen Künstlern arbeiten?

DP: Wenn es Englisch ist, kann ich leicht ja oder nein sagen, weil ich die Texte verstehe. Wenn es Lyrics sind mit denen ich mich nicht vereinbaren kann, möchte ich auch nicht dafür produzieren. Auch wenn es Meinungsfreiheit und das alles gibt möchte ich doch wissen WAS du sagst. Vielleicht würde ich sagen, nein das ist mir zu oberflächlich, ich weiß es einfach nicht.

J: Dafür gäbe es einen Übersetzter.

DP: Ich verstehe ja auch die Engländer oder Australier, aber die Franzosen, auch wenn das alles Super-Hardcore klingt, verstehe ich einfach nicht. Aber es fühlt sich oft an wie Chuck.D, Public Enemy Shit. Aber ich weiß dennoch nicht was sie sagen, und das will ich wissen. Das ist das einzige Problem, die Sprache, auch wenn ich dich performen sehe und sagen kann ja der Typ ist dope, er geht gut mit dem Publikum um usw. ich muss schon wissen was gesagt wird.

Okto: Kennst du Künstler aus Europa?

DP: Ich mache das jetzt schon ziemlich lange, natürlich habe ich europäische Künstler kennengelernt. Paris war eine der erste Städte wo Hip Hop geboomt ist, Italien, London, also habe ich auch Künstler gesehen und kennengelernt. Da ward ihr alle aber noch etwas jünger.

Okto: Wer ist euer Lieblingskünstler in der Hip Hop Szene?

DP: Hmmm....Termanology, wer noch? Ich mag Guilty Simpson. Wer noch? Bishop Lamont ist anständig. Neue Artists oder? Sheek Louch kennt man ja, sein neues Album mag ich. Das 9th Wonder&Buckshot Album ist okay. Was noch? Prodigy´s Album ist anständig.

BP: Ich mag nichts und niemanden. Blaq Poet, Screwball.

J: Du hast vielen Künstlern in den 90ern geholfen. Für viele bist du eine lebende Legende. Was sagst du zu all den neuen Produzenten?

DP: Ich liebe Timbaland, Kanye, Pharell das sind meine Leute. Sie bringen einen ganz anderen Style ins Game. Sie machen vielleicht mehr Musik für den Club als ich, da das einfach nicht mein Ansatz ist, dafür habe ich halt mehr den Gudda-Approach als sie. Ich möchte in die Köpfe der Leute um Ihnen zu zeigen dass sie nicht alleine sind mit ihrem Struggle. Ich weiß wie hart es in dieser Welt da draussen ist, und ich will die Leute glücklich machen, deswegen freut es mich auch so dass so viele Leute weltweit fühlen was ich mache. Das ist meine Mission. Ja ich mag Timb, Kanye, Pharell ,wen noch: Moss aus Toronto/Canada, Showbiz ist wieder zurück , es wird eine Showbiz und A.G. album geben und ein Showbiz und O.C. Album, wen mag ich noch? 9th Wonder, Don Cannon, Denaun Porter, Hi-Tek, Pete Rock...

J: Ich habe gehört Kanye hat viele Drumsounds von Pete Rock gestohlen, glaubst du wird viel gestohlen bzw. aufgegriffen?

DP: Das ist was Sampling ausmacht, das ist auch was ich mache!? Ich nehme Sounds die es schon gibt...

J: Ja aber du veränderst sie, schneidest sie, setzt sie neu zusammen, und arrangierst sie neu! Es gibt Leute die übernehmen ein komplettes Sample ohne es zu verändern, legen Drumsounds darunter und das wars... Zum Beispiel: New York Shit von Dj Scratch...

DP: Diamond D. hatte das Sample zuerst wusstest du das? Ja solange es dope klingt. Alles was ich mache ist aus einem Gefühl heraus. Es muß nicht alles immer präzise sein, solange ich mir denke es fühlt sich gut an, let it roll! Und Busta hat den Song gekillt, es hat sich gut angefühlt, der Flow, wir müssen Hommage zollen. Wäre Hip Hop hier in Wien entstanden, würden wir alle hierher kommen und die Stadt huldigen. Aber es war halt nun mal in New York , man muß halt auch den Status aufrecht erhalten. Es ist wie bei einem Porsche oder Lambo, alles muß gewartet werden, optimiert werden und getuned werden damit er gut läuft. Das selbe mit Hip Hop, und zurzeit tuned einfach niemand, da gibt es einige wenige, aber wir geben nicht auf, du bekommst uns nicht weg, wir sind wie Kakerlaken, wir kommen immer wieder und kriechen wider nach oben. Du kannst uns nicht ausmerzen. Wir bleiben hier.

Okto: Welcher Künstler hatte den größten Einfluss auf euch?

DP: Marley Marl und James Brown, er war der erste schwarze Mann in einer Radiostation, und all die Alben die er gemacht hat, er hat hunderte Alben gemacht und seine Shows waren immer fantastisch, da gab es keine Fehler, er war über funky, er hat Funk erfunden.

Okto: Glaubst du Jacko wird ein Comeback haben?

DP: Wer?

Okto: Jacko, Michael Jackson.

DP: Ihr nennt ihn Jacko? Wow! Ich hoffe es, ich liebe Michael Jackson, er ist der Shit, ich würde gerne ein ganzes Album für ihn produzieren. Wir nennen es nicht Thriller, wir nennen es.... (denkt nach).... Killa Rilla! ...(lacht) Big Shout out to MJ.

J: Blaq Poet du kommst ja aus Queensbridge, kennst du bzw. bist du down mit all den anderen QB Artists: Prodigy, Havoc, Nas, Tragedy, Rucus,...

BP: Das sind alles meine Homies! Alle! The Rotten Family

J: Was gibt es für Projekte in der Zukunft?

BP: Blaq Poet Takeover, you heard. Es wird Zeit für mich zu übernehmen.

DP: Year Round Records, we get busy! Von Blaq kommt das Album „The Blaqprint“ und „The best that never did it“, NYG´z kommen mit einem neuen Album, haben auch ne neue Single die Blaq Poet featured. Dann kommt ein neuer Artist der heißt: Nick Javes, er ist aus Jersey und kann wirklich spitten. Es wird einige neue Videos geben. Ein Artist von Texas bringe ich auch raus er heißt: Khalil. Dirty Shout mit guten Lyrics und dope Beats. Ich werde noch ein Solo Album machen, das kommt später, zuerst möchte ich alle diese Sachen erledigen. Auch Teflon von der M.O.P/First Family wird ein Album namens Contraband veröffentlichen, Royce da 59 macht auch ein Album da bin ich Executive Producer. 6 Songs von mir, die anderen Producer haben wir gemeinsam ausgesucht. Fibid von der Gang Starr Foundation, da wird auch ein Album kommen „Smash City“, Big Shug hosted ja auch mit mir eine Radioshow jeden Freitag „live from the headquarters“ wir spielen nur neue Musik , Marley Marl vertritt mich wenn ich nicht in der Stadt bin, wir wollen neue, echte Underground musik präsentieren. Im Hip Hop geht es darum wer weiß als erstes über den freshen, neuen Scheiß bescheid. Das Album von Shug wird heissen „The other side of the game“ und gänzlich von mir und Moss produziert werden, der ja auch fast das ganze letzte Album „Street Champ“ produziert hat, das wird ein tolles Album, da wird Blaq Poet drauf sein, M.O.P. Bumpy Knuckles. Das wird auf jeden fall ein sehr produktives Jahr.

J: We ´ll be on the lookout for Dj Premiere and Blaq Poet, Thanks for the Interview.

BP: ...and Fuck the Police, espacially NYPD, Justice for Sean Bell.

Um etwa 01:30 betrat Dj Premiere die Bühne um den Leuten mit einem Set seiner größten Hits die weite Bandbreite seiner Produktions-Skills vor Augen bzw. Ohren zu führen. Von „Nas is like“ bis zu „the Militia“ durfte kein Classic fehlen. Gespickt mit den typischen Zwischen-Hostings („Da reaaaaaaal Hip Hop“, Throw ya Hands up, etc) brachte er die Crowd zum Kochen. Nach einem etwa 45 Minuten Set, fing Blaq Poet´s Showcase an und bildete einen würdigen Abschluss für die HHC 2008.


Kommentare

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posted by contraband
...die Fragen von Okto sind a Traum.

haha

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posted by peter felsen
die fragen von diesem okto honk. das is einfach so klassisch okto mässig. sehr unterhaltsam!