DIVERSIDAD ist das erste gesamteuropäische Festival der Hip-Hop-Bewegung: bei der dreitägigen Veranstaltung mit Konzerten, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen treffen sich erstmals die europäischen Akteure der Urban Arts von Rang und Namen zu Austausch und Begegnung. Mit dabei u.a. Curse, Texta, Looptroop Rockers, IAM, Waxolutionists und viele mehr.
Wir trafen Curse zu einem entspannten Gespräch.
J: Du spielst heute deine letzte Show mit dem „Sinnflut“ Setup, ist das dein Abschiedskonzert vom letzten Album?
C: Es ist ja nicht das „offizielle“ Abschlusskonzert, manche Leute machen da ja immer eine großes Dam-Dam. Es ist eher so dass wir alle noch mal ne geile, coole letzte Show machen wollen. Boom! Danach gehen wir tanzen, feiern, trinken. Es ist halt ein Kapitel das ich heute abschließe, dann geht’s weiter mit der neuen Tour, der neuen Band, dem neuen Konzept. Heute ist einfach cooler Abschluss, feiern, Party, fertig.
J: Gibt´s schon konkrete Pläne für die nächste Tour?
C: Es wird definitiv bei der Band Umstellungen geben, wir werden weiter mit Live Instrumenten arbeiten aber mit Wchsel im Setup. Was ich schon sicher sagen kann ist dass wir uns eher verbreitern werden. Genau steht aber noch nichts fest, da wir gerade das Album fertig machen und dann mit dem fertigen Album die Songs durchgehen, analysieren wie kann man was am besten umsetzen, zurzeit sind wir in der Planungsphase....
Was kannst du uns über das Album „Freiheit“ verraten, Features, Beats?
Ich kann euch verraten dass es gefählich geil wird (lacht). Beats kommen von: Claude, Sashlik, Nicolay, Monroe, Croop, Jimmy Letrack.... Es gibt kein einziges Rap Feature, dafür einige internationale und nationale Gesangsfeatures. Auf deutscher Ebene werden es ein paar sehr unerwartete Features werden mit denen noch nie jemand was gemacht hat, das wird 1,2 schöne Überraschungen geben.
Was war dein Anspruch an dich selbst bei diesem Album?
Es ist total paradox, ich habe noch nie so genau gewusst was ich will aber auch noch nie so viele Sachen ausprobiert die dann nicht geklappt haben. Es ist ein Riesenprozess, ich hatte Sommer 2006 schon ca. 12 fertige Songs, die ich alle wieder verworfen habe, neues Konzept gemacht und wieder neu angefangen. Am Ende des Tages ist es eine totale Umsetzung von meinen Ideen, meinem Traum, meiner Vision. Das Album ist eines der spontan-klingendsten Alben von mir, Es ist zwar total ausgefeilt und instrumentiert, auf diversen Songs haben wir extensive String und Horn Arrangements, wir haben auch extrem viel live einspielen lassen...
J.... Busy ist wieder dabei?
C: Busy ist als Mix Engineer dabei nicht als Produzent. Es ist jetzt keine Kopfplatte es ist sehr live und hat ein positives Feeling da bin ich am meisten stolz drauf.
J: Was kennt man in Deutschland von Österreich?
C;Man hört eigentlich sehr wenig von Österreich in Deutschland, das einzige was man aus dem kommerziellen Sektor kennt ist Chakuza, wo die meisten nicht mal wissen dass er Österreicher ist, er schreibt sich das ja nicht auf die Fahne, das ist dann ersguterjunge und fertig. Leider gibt´s von der breiten Öffentlichkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit für Österreich.
J:Durch das Diversidad Festival wurden verschiedene Künstler aus verschiedenen Ländern zusammengeführt um zu kollaborieren. Würdest du z.B. mit einem österreichischen Artist zusammenarbeiten?
C:Ich würde prinzipiell mit jedem was machen egal aus welchem Land er kommt, wenn er superdope ist und wenn die Synergie stimmt dann ist es mir egal von wo jemand kommt egal welche Sprache, welche Beats, wenn es stimmt dann stimmts.
Was ich bei dieser Diversidad Geschichte geil finde, erst kannte ich viele Künstler gar nicht, als ich dann von der Single gehört habe wo ich mit denen drauf bin habe ich die ausgecheckt, kennengelernt und mir teilweise auch Alben von denen geholt. Dann gibt´s vielleicht Leute die kommen nur um sich Texta oder Akhenaton anzusehen, sehen dann aber Sam the Kid oder sonst wen und sagen dann: Boaah, der Typ ist krass... dann gehen die und holen sich das. Das finde ich gut, ist wie so ein trojanisches Pferd. So erweitert man seinen Horizont. Das ist das geile daran....
J: Wo positionierst du dich in der momentanen deutschen Szene?
C: Ehrlich ich positioniere mich überhaupt nicht in der Szene. Weil das was ich mache spricht für sich selbst und das seit 8 Jahren. Vor 8 Jahren war Stuttgart und Hamburg, wo ist Stuttgart jetzt? Ich respektiere jeden der gute Musik macht, gute Texte schreibt und sein Ding macht. Erstmal. Ob ich sie dann cool finde oder nicht ist wieder was anderes. Aber ich fahr meinen Film, seit 8 Jahren und der hat sich durchgesetzt, neben mir sind Leute hoch und wieder runter gegangen aber ich sitze immer noch hier. Deswegen sehe ich das mit dem neuen Album sehr entspannt, was ich auf dem Album zu bieten habe, kann ich ganz selbstbewusst sagen, hat in Deutschland noch kein MC geboten von der Musikalität, Features, Inhalten, vom Konzept, wie´s klingt...
J: Aber wie ist es wenn du als technisch – versierter Rapper siehst wie andere Rapper....ähhm....
C:....mit Scheiße Geld machen?
J:Genau!
C: Ich kauf mir die Platte nicht ich feier das nicht. Wenn ich die Typen sehe und treffe sag ich auch nicht ich finde deine Platte geil. Aber wenn die Menschen selbst nett, höflich sind habe ich auch gar keinen Grund zu.....weiste? Wenn sie´s nicht sind iste es mir auch egal, dann ist mir die Musik und der Mensch egal. Ich glaube nicht an Sprüche wie ....das und das ist schlecht für unsere Jugend, oder ....das und das macht Hip Hop kaputt. Ich glaub an jeder kann sich entscheiden was er gut findet was er unterstützt ich glaub das viele Leute auf „das da drüben“ keinen Bock haben und auch anders rum. Viele Platten finde ich auch musikalisch und textlich scheiße aber das ist nur meine Meinungich finde auch Iron Maiden Scheisse...
J: ...feiern aber trotzdem viele Leute....
C: Richtig!
J: Wie sieht die Zukunft von Curse aus?
C:Ich mache noch einige Projekte nebenbei, die aber noch nicht 100 % spruchreif sind. Zurzeit ist der Focus auf die Mucke. Hab auch erstmal nicht vor was anderes zu machen. Erstmal das Album, ne dicke Single wo alle sagen: Okay! Dann ne Tour mit ner geilen Show wo alle sagen: Okay! Irgendwann kommt sicher der Tag and dem ich sage: So jetzt mache ich mein letztes Album, aber ich sehe diesen Tag noch nicht am Horizont, ich bin jetzt 29 Jahre das ist noch nicht so alt.
J: Viel Erfolg und danke für das Interview.
C: Merci an euch!


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