Samstag Abend trafen sich HipHop-Freund und Hater in der Wiener Szene zu einem Battle, an das man keine großen Erwartungen setzte, u.a. da man von mehr als der Hälfte der Anwärter noch nie gehört hatte. „Funke“, „Fuchs“, „Scheibsta“ und „Sezar“ waren die tragenden Namen der Veranstaltung. Wir wissen freestylen ist nicht einfach aber bitte ein WENIG vorbereiten ist doch nicht zu viel verlangt, vor allem wenn man bereits im Vorfeld die Namen der Kandidaten weiß. Die "Battler" waren teilweise so mies, dass man am Ende schon applaudierte wenn sich zufällig die Zeilen reimten. Viele waren derart entsetzt, dass sie bei den ersten Runden „BEIDE RAUS, BEIDE WACK, ALLES SCHEISSE“ schrien.
Das einzig wirklich dope an diesem Abend waren DJ Chrisfader + die Beats die er servierte (von den meisten allerdings komplett ignoriert) und „Uri Fellers“ vegetarisches Thai Curry. Man kann dem Veranstalter daran allerdings nicht die Schuld daran geben und auch nicht vorwerfen nur wacke Rapper eingeladen zu haben, denn der womöglich einzige, der das (sooft zitierte und sich fälschlicherweise zugeschriebene) „Niveau“ hätte heben können und damit den Abend retten war verhindert. Aus diesem Grund wurden insgesamt drei „Rapper“ aus dem Publikum gefischt – wovon sich einer als die große Überraschung erwies – „Geschirrspüler“.
Während für gewöhnlich der Counterpart als schwul bezeichnet wird, entschlossen sich die Battler dieses Mal sich lieber selbst als homosexuell zu outen. Abgesehen von dem Nichtvorhandensein der Oldskool-Variante, in der noch die Freundin des anderen als imaginäres Befruchtungsobjekt herhalten muss, fehlte an diesem Abend nach „Ich f**** deinen Arsch“ und „Ich spritze dir mein S***** in’s Gesicht“ eigentlich nur noch „Ich lutsche deinen S******“ für das perfekte Coming-out. Ein Rapper streckte dem Gegner sogar seinen Arsch entgegen und bückte sich dabei. Lustigerweise wurde dann der Salzburger „T-SER“ beinahe von den Juroren „Senz“ und „Wordfade“ disqualifiziert da er irgndwas mit „schwules Loch“ rappte, obwohl er danach extra erklärte er sei nicht homophob. Die besoffene, hypokritische Menge verstand natürlich was sie wollte und buhte ihn dafür aus. Das mittlerweile fast schon liebenswerte Wort „Hurensohn“ kam des öfteren vor und einige versuchten ihre Peniskomplexe mit „Ich habe den größten Schwanz, deiner ist klein“ - Aussagen zu kompensieren. Hätte man den Rappern vorher Extasy gegeben, hätte es wahrscheinlich eine schwule Massenorgie mit lauter Mini-Penisen live on Stage gegeben.
Ein Freestyler beschwerte sich anschließend darüber, dass es Backstage kein Bier gab. (Zu jedem guten Battle gehört es, dass der Veranstalter gedissed wird) - meiner Meinung nach allerdings die einzig vernünftige Entscheidung. Ansonsten wäre es womöglich noch wacker gewesen. Doch nicht alles an diesem Abend war so schlimm, es gab durchaus auch Lichtblicke dank „Scheibsta“ (Wo ist er dann eigentlich gewesen?) und (gegen Ende) dank „Funke“ und „Geschirrspüler“ (einigen die sich sowas öfter antun aus dem „Einbaumöbel“ bekannt), der sehr gut konterte und schließlich auch als Gewinner ausstieg.
Für die Zukunft wäre es wünschenswert, dass das künftige „Niveau“ jenes des Semi- und Finales erreicht – bereits am Anfang.
By Rita Pohler














