Am diesjährigen "2 Days A Week" Festival im burgenländischen Wiesen trat neben 18 Rock/Metal/Punk Bands zum ersten Mal auch eine HipHop Band auf, nämlich die "Kings Of Rock", Run DMC. Dies wurde erst 2 Wochen vor Festivalbeginn bekanntgegeben, da Run DMC nur als Ersatz für "The Cult" einsprangen, die ihre komplette Europatournee absagten.
Die Frage die sich mir schon länger stellte, sollte also Donnerstag Abend beantwortet werden: Können sich Run DMC vor einem derartigen Publikum durchsetzten?
Mit 30 Minuten Verzögerung (Begründung: Flugzeug verspätet) begannen sie dann ihre Show. Total in Adidas eingekleidet, betraten Jammaster Jay und DMC die Bühne, DJ Run gesellte sich erst etwas später dazu. In den ersten 5 Minuten bekamen die Zuschauer nicht mehr geboten, als ungefähr 40 Mal den Namen "Jammaster Jay", geschrien von DMC, und circa 20 mal den Namen "DMC", geschrien von Jammaster Jay. Dann begannen sie mit den 2 Liedern, die wahrscheinlich der Grossteil des Publikums auf Grund nicht sehr lange zurückliegender Jason Nevins Remixe kennen sollte, nämlich "It´s like That" und "It´s Tricky". Diesem Rezept blieben sie dann treu, sie spielten einen ihrer Hits nach dem anderen, u.a. "Sucker MC´s" oder "Mary Mary". Auch "Walk this Way" wurde performed, wobei der Sound von Aerosmith von Platte eingespielt wurde. Von ihrem neuesten Werk spielten sie kein einziges Lied, nicht einmal das von vielen erwartete "Rock Show".
Mit diesem Hit-Mix schafften sie es tatsächlich, die Menge zu überzeugen, und so rockte das ganze Wiesener Festzelt zu den Beats von Jammaster Jay. Das Ganze? Nein, ein paar Marilyn Manson und Fear Factory Fans ließen es sich nicht nehmen, vor der Bühne zu stehen und ihre Mittelfinger in die Höhe zu zeigen. Auch "Manson!, Manson!" Sprechchöre waren keine Seltenheit, doch kam beim Grossteil des Publikums die Show gut an.
Mir persönlich waren Run DMC mit ihrer Art doch etwas zu arrogant, sicher, sie sind schon ewig dabei und blablabla..., trotzdem haben sie es etwas übertrieben: Pausen zwischen den Liedern, in denen nicht weniger als 30 Mal Namen der Bandmitglieder gerufen wurden waren, denke ich, nicht nötig. Auch war das Programm zu sehr hitlastig. Und 5 Minuten sollte das "Wo in die Menge werfe ich wohl meinen Hut hinein, es macht mir doch so viel Spass, in jede Richtung anzudeuten und dann doch nicht zu werfen?" - Spiel auch nicht dauern. Die fehlende Zugabe nach einer 45 Minuten Show schmerzte doch auch, man nehme sich ein Beispiel an den Ärzten, die es mit ungefähr 10 Zugaben auf fast zweienhalb Stunden Show brachten.
Aber diese 2 Tage haben mir gezeigt, dass am Two Days A Week doch ziemlich viele HipHop Fans herumlaufen, auf unseren Zeltplatz lief andauernd aus riesigen Lautsprechern "Humpty Dumpty" von SHF, das sogar schon die Fear Factory Fans mitsingen konnten. Vom Regen blieb auch das heurige Festival nicht verschont, weshalb es dann ziemlich gatschig und kalt wurde. Andere Weisheiten, die ich noch mitnahm: Blumfeld haben so viel Ausstrahlung wie ein Atomreaktor nach 200 Halbwertzeiten, Fear Factory sind zu hart, Marilyn Manson tut genau das, was man von ihm erwartet, von Emil Bulls kann man noch viel erwarten, die Donots haben Probleme mit ihren Mägen, den Ärzten machen ihre Konzerte sichtlich Spass, Boy Hits Car rockte gewaltig, aber viel zu kurz, der Kebap am Festivalgelände ist einfach nicht gut, nächstes Jahr sollten wir mehr als 3 Sessel für 10 Personen mitnehmen und ein eigenener Generator wäre eigentlich keine schlechte Idee.


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