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B-Boy Cup Review
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icon B-Boy Cup Review

hiphop.at, am 20.11.2003

pfeilreihe
 

Ein schönes Bild: Kurz nach sieben bildet sich eine Crowd vor der ARGE Nonntal, die Einlass begehrt. Auch schön: der Prozentsatz an Mädels im Publikum ist bemerkenswert. Nicht ganz so toll das Durchschnittsalter: nur deshalb nicht bedenklich, weil die Fans in Begleitung der Eltern kommen. Den Untertitel auf der Homepage ("next generation of b-boy events") hatte ich eigentlich anders verstanden.

Die ARGE Nonntal zeigt sich mit fettem Sound, intimen Raum und halbhoher Bühne sehr gut geeignet als Location für ein B-Boy Battle.

Ziel des Events ist das Feststellen des tänzerischen Levels und die Bemühung um den offiziellen BOTY-Österreich Titel für die Zukunft, ein Titel um den sich auch die Leute rund um das "Battle of Austria" in Vorarlberg bemühen.

Der tänzerische Level läßt leider etwas zu wünschen übrig: Freeces kollabieren, manche Crews halten sich bei der windmill ihrer Kollegen die Hände schützend vor empfindliche Weichteile - sie werden schon wissen warum. Auf der Plusseite führen die technischen Schwächen durchwegs dazu, dass sich die Tänzer originelle Choreographien überlegen. Was aber fehlt, ist dieses etwas an mühelosem Stolz und Energieüberschuss, das Breaken zu dem macht, was es ist: purer Luxus.

Davon sieht man einerseits beim Jumanji Showcase einiges, andererseits beim Finale, genauer: beim ziemlich geladenen Battle um den ersten und zweiten Platz, das die Salzburger Nockerln gegen B-Boy Deaf Squad für sich entscheiden können und sich prompt (wohl aus PR Gründen, jetzt wo world wide fame um die Ecke liegt) in Mozart City Rockers umbenennen.

Gewundert hat mich, dass offensichtlich verabsäumt wurde heimische Crews mit Erfahrung und Background in das Event einzubinden - sei es als Judges, sei als Showcase. Genauso wie der gebuchte Live-Act PF Squad in Ordnung, aber für mich nicht nachvollziehbar war. Es muss ja nicht unbedingt ein heimischer Act sein, aber immer nur Deutschland-Import reißt mich nicht vom Hocker. Schwamm drüber, der Crowd hat´s gefallen. Und der Funke scheint übergesprungen zu sein, beim Rausgehen hab ich einige 10-jährige beobachtet, die ihre ersten Schritte probiert haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter einen langen Atem haben: ein regelmäßiges B-Boy/Girl Event fehlt in diesem Land. Und würde wohl den Anreiz für die Crews geben, ihr Potential in echtes Können zu verwandeln.

Ein Nebensatz: Obwohl die Einheit der 4 Elements oft dogmatisch beschworen wird, funktioniert das irgendwie nicht - zumindest nicht in Österreich. So wie viele Breaker bei Jams frustriert sind von ihrer wenig integrierten Rolle (Pausenfüller oder Nebenbühne), bekommt bei diesem Event DJ Crum, der den offensichtlich verhinderten DJ Beware großartig ersetzt, wenig Liebe vom Publikum, das nicht wahrnimmt, wieviele Scratches da in präziser Handarbeit erzeugt werden.


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